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ISBN/EAN: 978-3-89561-286-2
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
152 S.
Format (T/L/B):
1.7 x 21 x 13.3 cm

Hersteller:
Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH
info@schoeffling.de
Kaiserstraße 79
DE 60329 Frankfurt am Mai


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Unser Tipp für Sie

hr-iNFO Büchercheck vom 09.08.2018. „Elly” heißt der Debütroman der 1974 in Groß-Gerau geborenen Schriftstellerin und Drehbuchautorin Maike Wetzel. Das Projekt brachte ihr im Vorfeld der Veröffentlichung schon den renommierten Robert Gernhardt Preis ein. hr-iNFO Büchercheckerin Sylvie Schwab hat den Roman gelesen.

Worum geht es?
Elly ist ein kleines Mädchen, 11 Jahre alt. Sie hat eine ältere Schwester, Ines, ihre Eltern sind Freiberufler. Es ist eine ganz normal funktionierende deutsche Durchschnittsfamilie. Bis Elly eines Tages vom Judo-Training nicht mehr zurückkehrt.
Das Mädchen bleibt verschwunden und ist doch allgegenwärtig in den Gedanken, Handlungen und Erinnerungen der Eltern und der Schwester. Das Schlimmste ist die Unsicherheit, das permanente Schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Und damit verbunden sind furchtbare Schuldgefühle und Phantasien über das, was passiert sein könnte: Mord, Vergewaltigung, Entführung, professioneller Missbrauch. Sogar die Eltern selbst werden verdächtigt, ihr Kind getötet zu haben – an all dem zerbricht diese Familie fast.

Wie ist es geschrieben?
Multiperspektivisch. Hochsensibel! Und sehr spannend!! Einmal heißt es, „diese Geschichte ist auch ein Theaterstück“. Ines schreibt das, Ellys Schwester. Sie meint damit wohl, dass sich dieses Drama auf engstem Raum abspielt. In der Familie, zu Hause, in den Köpfen der Beteiligten. Wobei – im Gegensatz zum normalen Theaterstück – sehr wenig geredet wird. Der Schmerz und vor allem die Ungewissheit paralysieren die Menschen und lassen sie verstummen. Nur Ines weiß sich zu helfen: sie schreibt Ellys Geschichte auf.
„Diese Geschichte ist nicht meine Geschichte. Ich bin nicht sicher, wem sie gehört. Sie liegt auf der Straße, sie schläft in unserem Haus und trotzdem ist sie mir immer einen Schritt voraus. Wenn ich diese Geschichte nun aufschreibe, ist das ein Versuch, sie zu bannen.“

Wie gefällt es?
Sehr gut! Für mich hat der Roman nur einen Schönheitsfehler: am Schluss wird mir zu viel erklärt – und dann eben doch zu wenig. Ich hätte ein komplett offenes Ende besser gefunden, beunruhigender. Aber wie uns in diesem Roman begreifbar gemacht wird, wie die Säure der Angst und des Misstrauens in ein stabiles Familiengebäude hinein sickert und alle Sicherheiten zersetzt – das ist subtil, psychologisch überzeugend und sprachlich brillant gemacht!

Beschreibung

Elly ist weg. Eines Tages verschwindet die Elfjährige spurlos aus dem Leben ihrer Familie. Ihre Eltern und ihre ältere Schwester bleiben zurück und versuchen trotz des Verlustes weiterzumachen. Doch die drei können nicht loslassen, Elly bleibt allgegenwärtig, in Gedanken, Taten und Schuldgefühlen. Jeder spielt den Tag, nach dem nichts mehr war wie zuvor, unablässig im Kopf durch. Die Suche nach Elly hört nicht auf, alle Beteiligten schaffen sich ihren eigenen Ersatz für das Verlorene.Elly erzählt eine eindringliche und berührende Geschichte über den Sog von Trauer und Hoffnung - darüber, wie eine Familie durch das Verschwinden der Tochter jegliche Gewissheiten verliert. Maike Wetzels Roman besticht durch seine fesselnde Atmosphäre und sprachliche Brillanz. So entsteht das facettenreiche Bild einer Familie, deren Sehnsucht nach dem Verlorenen die Wirklichkeit verdrängt.

Über Maike Wetzel

Maike Wetzel lebt als Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Berlin. Sie studierte an der Münchner Filmhochschule und in Großbritannien. Für ihr Romandebüt 'Elly' erhielt sie den Robert Gernhardt Preis und den Martha Saalfeld-Preis. Ihre Erzählungen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet.