Details

ISBN/EAN: 978-3-85256-849-2
Einband: gebundenes Buch
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Originaltitel:
Lingua madre
Übersetzer:
Maria E Brunner
Auflage:
1. Auflage 2022
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
192 S.
Format (T/L/B):
2 x 21.7 x 14.4 cm

Hersteller:
Folio Verlag
office@folioverlag.com
Pfarrhofstraße 2d
IT 39100 Bozen


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Unser Tipp für Sie

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 21.02.2022

Bozen und Berlin – zwischen diesen beiden Städten pendelt der Debüt-Roman von Maddalena Fingerle, in dem es um die kulturelle und sprachliche Zerrissenheit eines jungen Mannes geht. „Muttersprache“ ist ein Anti-Heimat-Roman und eine gewaltige Sprach-Studie.

„Wenn du die Wörter auseinander nimmst und die Buchstaben anschaust, dann sagen sie dir die Wahrheit.“

Paolo Prescher ist ein Sprach-Fanatiker. Er ist besessen vom Zeichensystem der Schrift.

„Die sauberen Wörter sind so: Du sagst etwas und du meinst das auch so, die Wörter sind wahr und sie sind klar, es gibt keine Assoziationen im Kopf, die sie kaputt machen, die sie fleckig machen, die sie dreckig machen.“

Sauber und schmutzig, ehrlich und gelogen – das sind die Kategorien, in denen der Heranwachsende die Welt wahrnimmt. Sie ist für ihn schwarz-weiß. Selbst in dem Wort „Mutter“ steckt für ihn dieser Gegensatz.

„Die Buchstaben, wenn du sie dir nur genau genug anschaust, sind ehrlich, und sie verraten dir die Geheimnisse. Mutter, madre, zum Beispiel. Em, a, de, er, e: MADRE. Em, e, er, de, a: MERDA. Scheiße. Merda, madre, merda, madre, merda, madre. Scheiße, Mutter.“

„Muttersprache“ verbindet die Struktur eines klassischen Entwicklungsromans mit vielschichtigen Reflexionen über die Bedeutung von Mehrsprachigkeit; kulturelle Vielfalt einerseits und (identitäts-)politische Instrumentalisierung von Heimat und Sprache andererseits....... Ein feinsiniger Anti-Heimat-Roman einer vielversprechenden jungen Schriftstellerin.

https://www.deutschlandfunk.de/anti-heimat-roman-100.html

Beschreibung

Von Bozen nach Berlin: Ein junger Mann auf der Suche nach einer unversehrten Sprache und der Schönheit der Wörter. Paolo Prescher ist besessen von Wörtern. Wörter haben für ihn Geruch, Farbe oder Klang. Paolo hasst dreckige Wörter, sie rauben ihm die Luft. Dreckig sind Wörter, die nicht sagen, was sie sagen sollen. Seine Mutter macht ihm die Wörter dreckig, auch seinem Vater, der Aphasiker ist. Paolo leidet unter der Heuchelei der Mutter und der Boshaftigkeit der Schwester. Er hasst seine Geburtsstadt Bozen mit ihrer behaupteten Zweisprachigkeit und ihren Oberflächlichkeiten. Auf der Suche nach einer unversehrten anderen Sprache flüchtet er nach Berlin und trifft dort auf Mira. Sie schafft es, seine Worte zu reinigen. Bis seine Obsession ihn wieder einholt. Die herausragende Entdeckung der italienischen Literaturszene.

Über Maddalena Fingerle

Maddalena Fingerle, 1993 in Bozen geboren, studierte Germanistik und Italianistik in München und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni München. Das Romanmanuskript Lingua madre hat 2020 den renommierten Italo-Calvino-Preis für das beste unveröffentlichte italienische Debüt gewonnen; nach Erscheinen folgten zahlreiche Preise.