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ISBN/EAN: 978-3-8477-0445-4
Einband: gebundenes Buch
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Übersetzer:
Georg Schwarz
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
310 S.
Format (T/L/B):
2.3 x 22 x 12.9 cm

Hersteller:
Aufbau Verlage GmbH & Co. KG
Katja Jaeger
produktsicherheit@aufbau-verlage.de
Prinzenstrasse 85
DE 10969 Berlin
www.aufbau-verlage.de

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Unser Tipp für Sie

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 21.12.2021

In Iwan Schmeljows großartigem Erfolgsroman wird ein Luxusrestaurant zur Bühne, die die russische Gesellschaft um 1905 in ihren krassen sozialen Gegensätzen zeigt. Erzähler und Beobachter ist ein vom Schicksal gebeutelter Kellner.

Der Schriftsteller Iwan Sergejewitsch Schmeljow (1873-1950) ist bei uns so gut wie unbekannt. Von seinem umfangreichen Werk erschienen bei uns im 20. Jahrhundert nur vereinzelt deutsche Übersetzungen. Dabei konnte der Moskauer Schriftsteller 1911 mit dem Erscheinen seines Romans „Der Mensch aus dem Restaurant“ zunächst einen internationalen Erfolg feiern. Thomas Mann, der mit Schmeljow in regem Briefaustausch stand, rühmte dessen Prosa. Aber „Schmeljow gehörte zu jenen unglücklichen, nicht erwünschten ‚bürgerlichen Volksverderbern‘ und ‚antisowjetischen Elementen‘, die nach der ‚großen sozialistischen‘ Oktoberrevolution  von 1917 von den neuen Machthabern geschasst wurden“, so ist in dem ausführlichen Nachwort des Slawisten Wolfgang Schriek in der sorgfältig edierten Neuausgabe des Romans in der Anderen Bibliothek zu lesen. Schmeljow hatte im französischen Exil bis zu seinem Tod 1950 ein umfangreiches Werke geschaffen.

Schmeljow malt nach den Worten Schrieks im Roman „Der Mensch aus dem Restaurant“ ein groteskes Bild der reichen Gesellschaft in einem Luxusrestaurant – beobachtet von einem einfachen Kellner in den Fünfzigern, den finanzielle Nöte und Schicksalsschläge quälen. Eine ehrliche Haut, die an sozialer Ungerechtigkeit sowie politischem Spitzel- und Denunziantentum zu zerbrechen droht. 

Der Verlag hat auf die Übersetzung von Georg Schwarz aus dem Jahr 1968 in der DDR zurückgegriffen. Nach den Worten Wolfgang Schrieks eine nach wie vor gültige Meisterleistung. 

https://www.deutschlandfunk.de/iwan-schmeljow-der-mensch-aus-dem-restaurant-100.html

Beschreibung

Ein Kleinod aus der russischen Erzähltradition: der Kellner von der traurigen Gestalt - eine bleibende Figur der Literatur 'zwischen den Revolutionen'.'Ich bin nicht irgendwer, sondern Kellner in einem erstklassigen Restaurant!' - Der Lakai Skorochodow weiß um seinen Wert: In langen Arbeitsschichten serviert er den vornehmen Damen und begüterten Herren allerfeinste Speisen: Ob Kapaun à la Richelieu, Chaud-froid von Wild mit Trüffeln, Kaviar oder französische Birnen - die Moskauer Hautevolee schätzt die mondäne Speisekarte.Skorochodow und seine Kollegen, Meister ihres Faches und die aufmerksamsten Diener des Gastgewerbes, verrichten ihren Dienst tadellos. Sie kennen die Wünsche der Restaurantgäste, ihre Arbeit verrichten sie in größter Diskretion - sosehr auch bisweilen die Wünsche vor allem der reichen Männer gegen jede gute Sitte verstoßen.Ein Kellner ist ein Mensch, der nicht Aufhebens macht um seine Person, der nie spricht, wenn er nicht gefragt wird, und der den hohen Herren und Damen nicht zur Last fällt - den Geboten seines Berufs, dem Befehl, 'der Geräuschlosigkeit halber Gummisohlen zu tragen ', folgt der fromme Skorochodow klaglos, das gebietet ihm nicht zuletzt der Glaube daran, dass ein jeder seinen Platz hat. Wenn er keinen schlechten Eindruck macht, bedenken ihn die Herrentische mit großzügigem Trinkgeld, mit dem er Sohn und Tochter auf die höheren Schulen schicken kann.Als Skorochodow jedoch eines Tages von seinem Untermieter wegen einer Nichtigkeit bei der Polizei verleumdet wird, beginnt eine Verkettung der kleinen und großen Unglücke: Aufrührerischer Gesinnung verdächtig, wird sein Sohn erst der Schule verwiesen und schließlich eingekerkert - Skorochodow, der sich bisher in sein Schicksal fügte, beginnt einen Sinn für Ungerechtigkeit und Missstände zu entwickeln.Geschult an Puschkin, Gogol und Dostojewski, hat Iwan Schmeljow nach der gescheiterten Revolution von 1905 das Urbild des anständigen Dieners entworfen, den Kellner von der traurigen Gestalt, den elenden Arbeiter, dessen Sittlichkeitsgefühl und Güte ihn über seine Herren erhebt. Von Maxim Gorki in höchsten Tönen gelobt, wurde Schmeljow mit Der Mensch aus dem Restaurant für die Kellner und Gasthoflakaien Russlands, aber auch für die entrechteten prekären Klassen zu einem von ihnen.Vor dem Furor der Bolschewiki floh Schmeljow 1920 nach Paris - für seine ergreifend- schöne Prosa, für seinen menschlich-zugewandten Blick war in der Sowjetära kein Platz. Zu entdecken ist eine rührend-hoffnungsvolle, engagierte Literatur aus einer Zeit, da Sozialkritik im Begriff war, in Revolution umzuschlagen.

Über Iwan Schmeljow

Iwan Sergejewitsch Schmeljow, geboren 1873 in einer Moskauer Kaufmannsfamilie, wurde 1911 über Nacht berühmt mit seinem Roman Der Mensch aus dem Restaurant. Maxim Gorki förderte ihn und veröffentlichte seine Werke, darunter auch Der Mensch aus dem Restaurant. Nach dem Tod seines Sohnes, der auf Seiten der Weißen 1920 auf der Krim starb, floh Schmeljow nach Paris, wo er noch dutzende Bücher schrieb - die ihn unter den Bolschewiki zur persona non grata machten. Seine an der Sprache von Landleuten und städtischer Arbeiterschaft orientierten Bücher jedoch verschwanden nie aus dem Kanon der Sowjetliteratur. Er starb 1950 bei Paris; sein gesamtes Werk wurde nach der Wende von einer neuen Generation russischer Schriftsteller wiederentdeckt - und sein Leichnam 2000 nach Russland überführt.