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Thomas Wörtche
21.11.2022
Deutsch
265 S.
2.3 x 21 x 13 cm
Suhrkamp Verlag GmbH
info@suhrkamp.de
Torstr. 44
DE 10119 Berlin
Die Stunde der Hyänen
Ein heißer Höllentrip durch ein Berlin, wie man es nicht kennt - Deutscher Krimipreis 2022, Berlin Noir 3
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Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 28.11.2022
Ein Thriller aus Berlin, eine Krimigeschichte mit brennenden Luxusautos im gentrifizierten Bezirk Kreuzberg. Nach seinen erfolgreichen Büchern „Berlin Prepper“ und „Berlin Heat“ hat Johannes Groschupf jetzt „Die Stunde der Hyäne“ geschrieben.
Radek Malarczyk geht es schlecht. Der polnische LKW-Fahrer ist unter dem brutalen Termindruck seines Jobs zum Alkoholiker geworden, hat wodkatrunken einen tödlichen Unfall verursacht und sich danach aus dem Arbeitsleben verabschiedet. Nun vegetiert er am Ufer des Landwehrkanals zwischen Kreuzberg und Treptow dahin, haust in einem alten VW Bulli und träumt nachts von seinen ersten Monaten in Berlin, Anfang der Achtzigerjahre, als der Winter eisig und die Verkaufsmöglichkeiten für einen Mann wie ihn lukrativ waren auf dem Polenmarkt am Potsdamer Platz.
„Jäh endete der Traum, Radek war plötzlich wach, lag wieder in seinem stinkenden Bulli, riss die Augen auf, rang nach Luft, der Wagen war voller Rauch, jeder Atemzug bitter. Irgendwo brannte es, er konnte nicht sehen, wo das Feuer war, doch er spürte die wabernde Hitze. In Panik schlug er um sich, um aus dem engen Schlafsack herauszukommen, die Flaschen klirrten zu seinen Füßen, der restliche Wodka lief aus.“
Lichterloh brennt Radeks Unterkunft – und schwer verletzt stürzt der Treber aus seinem Wagen. 20 Meter weiter erkennt er einen jungen Kerl, offensichtlich ist es der Brandstifter, der verzückt in die Feuerhölle blickt und seiner Erregung auf unbotmäßige Weise Erleichterung verschafft. Hölle ist hier keine Floskel. Sie trifft das unheimliche Sujet dieses Krimis, der nur auf der ersten Ebene von Brandanschlägen, auf der zweiten jedoch von religiösem Missbrauch berichtet.
Wie ein routinierter Häscher führt Johannes Groschupf durch diese Treibjagd, in der nahezu jeder einmal der Jäger, dann wieder der Gejagte ist – und so zielt „Die Stunde der Hyänen“ unerbittlich aufs dunkle Herz unserer Gegenwart. Und diese Geschichte trifft, Seite für Seite sicher wie ein frisch geöltes Repetiergewehr.
https://www.deutschlandfunk.de/kriminalistische-treibjad-100.html