Details

ISBN/EAN: 978-3-10-397132-3
Einband: gebundenes Buch
Weitere Details
Originaltitel:
Tomás Nevinson
Übersetzer:
Susanne Lange
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
736 S.
Format (T/L/B):
4.5 x 21 x 14 cm

Hersteller:
S. Fischer Verlag GmbH
S. Fischer Verlag GmbH
produktsicherheit@fischerverlage.de
Hedderichstraße 114
DE 60596 Frankfurt am Main
www.fischerverlage.de

Weitere Details arrow_forward_ios
32,00 €

Nicht lieferbar

Unser Tipp für Sie

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 9.10.2022

Eheromane und Spionage-Thriller und am besten noch eine Kombination aus beidem: Javier Marías letzter Roman „Tomás Nevinson“ zeigt noch einmal die Meisterschaft des überraschend verstorbenen Romanciers.

Häufig genug täuscht man sich, wenn man glaubt, der eigene Wille, die eigenen Vorstellungen, Absichten und Wünsche seien für jeden offensichtlich. Selbst Menschen, die eng zusammenleben, Ehepaare beispielsweise, haben oft keine Ahnung, was im anderen vorgeht.

„So gut wie alles lässt sich leicht verbergen. Die Leute nehmen das Gegenteil an, aber im Grunde ist nicht viel dabei, von Natur aus sind wir undurchschaubar und ein Rätsel, und die Lüge sieht man nicht.“

So steht es in Javier Marías neuestem Roman. Und braucht die Liebe nicht ohnehin das Geheimnis? Wenn es einen Schriftsteller gibt, der dem Geheimnis manches zutraut und der immer wieder die Offenkundigkeit und zunehmende Banalität der Gegenwart beklagt hat, dann ist das – dann war das – Javier Marías, der große spanische Zauberkünstler des Doppelbödigen. Mit melancholischer Eleganz konnte er eine Liebes- und Ehegeschichte so mit dem Thrill eines Geheimdienst-Plots verknüpfen, dass ein faszinierendes Zeitporträt entstand, sogkräftig, dicht, aufwühlend. Der Tod, auch der vorgetäuschte Tod, spielt in seinen letzten beiden Romanen, „Berta Isla“ und „Tomás Nevinson“, eine dramaturgisch bedeutsame Rolle. Und ebenso der Mord aus mehr oder weniger politischen Motiven.

Der spanische Autor Javier Marías hatte seinen größten Erfolg mit dem Roman „Mein Herz so weiß“. Nun ist er mit 70 Jahren gestorben. Marías sei sowohl ein Nostalgiker als auch ein hochmoderner Schriftsteller gewesen, sagt Journalist Paul Ingendaay,  https://www.deutschlandfunkkultur.de/zum-tod-von-javier-marias-100.html

Javier Marías war der Meister der literarischen Unschärferelation. Sein Werk steckt voller Gespenster. In einer seiner bekanntesten Geschichten, „Als ich sterblich war“, wird eines sogar zum Erzähler. Und es schildert, wie anstrengend es ist, nun alles zu wissen. „Das Leben ist barmherzig“, denkt es sich, weil vieles im Verborgenen bleibt. „Tomás Nevinson“ ist in gewisser Weise Javier Marías‘ „Madame Bovary“: eine fulminante Art „c’est moi“ zu sagen – „das bin ich“. 

https://www.deutschlandfunk.de/unersaettliche-gespenster-100.html

 

Beschreibung

Der hoch gelobte Roman 'Berta Isla' (2019) von Javier Marías wird nun durch den abschließenden zweiten Teil der Geschichte ergänzt: 'Tomás Nevinson'. Eigentlich hat Tomás Nevinson mit dem Geheimdienst abgeschlossen. Doch sein ehemaliger Chef verführt ihn mit einem neuen Auftrag: Nevinson soll in einer spanischen Kleinstadt eine Terroristin, die sich an früheren Anschlägen der ETA und der IRA beteiligt hat, aufspüren und beseitigen. Als er mit einer Frau, die als Zielperson in Frage kommt, eine Beziehung eingeht, gerät er in Gewissenskonflikte.  Lassen sich Schuld und Unschuld zweifelsfrei erkennen? Und darf man einen Menschen töten, um ein größeres Verbrechen zu verhindern?'Tomás Nevinson' ist eine meisterhafte Mischung von Spionageroman, erotischem Abenteuer und moralischer Reflexion. 'Vermutlich der beste Roman, den Javier Marías bisher geschrieben hat.' El País

Über Javier Marías

Javier Marías, 1951 als Sohn einer Lehrerin und eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen geboren, veröffentlichte seinen ersten Roman mit neunzehn Jahren. Seit seinem Bestseller Mein Herz so weiß gilt er weltweit als beachtenswertester Erzähler Spaniens. Zuletzt erschien sein Roman 'Berta Isla'; im Oktober 2022 erscheint sein letzter Roman 'Tomás Nevinson'. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt. Am 11. September 2022 ist Javier Marías in Madrid verstorben. Susanne Lange lebt als freie Übersetzerin bei Barcelona und in Berlin. Sie überträgt lateinamerikanische und spanische Literatur, sowohl klassische Autoren wie Cervantes als auch zeitgenössische wie Juan Gabriel Vásquez, Javier Marías oder Camila Fabbri. Sie wurde mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.