Judith Zander: im ländchen sommer / im winter zur see

Buchempfehlung von SWR2 vom 03.04.2023

Der Peter-Huchel-Preis 2023 ist an die Lyrikerin Judith Zander verliehen worden. Eine Fachjury hatte ihren Gedichtband „im ländchen sommer / im winter zur see“ als herausragende Neuerscheinung des vergangenen Jahres ausgewählt.

Die Resonanz auf die Vergabe des Peter-Huchel-Preises war wohl noch nie größer als in diesem Jahr. Ein wahrer Shitstorm brach aus, als der Südwestrundfunk im Januar ein paar Gedichtzeilen der frisch gekürten Preisträgerin Judith Zander auf Facebook postete. Viele ereiferten sich darüber, dass die Gedichte „unverständlich“ seien.

Die Preisträgerin Judith Zander selbst vermied es, auf die Aufregungen in den Sozialen Medien einzugehen. Sie las lieber sechs ihrer Gedichte aus dem preisgekrönten Band „im ländchen sommer, im winter zur see“. Darin versammelt die Lyrikerin vor allem Natur- und Liebesgedichte, die aber oft auch einen gesellschaftspolitischen und historischen Bezug haben.

Welche große Rolle Landschaft und Natur in Judith Zanders Gedichten spielen, hob die Literaturkritikerin Angelika Overath in ihrer Laudatio hervor. In diesem Fall eine ganz konkrete Landschaft, nämlich Mecklenburg-Vorpommern, der Heimat von Judith Zander.

Judith Zander nutzte ihre Rede dafür, um denen Dank zu sagen, die es ihr ermöglicht haben, das, „was zunächst immer Selbstgespräch ist, anderen zugänglich zu machen“ und erinnerte gleichzeitig daran, wie schwer es immer noch besonders Frauen gemacht werde, zu publizieren und wahrgenommen zu werden. Dabei sei es auch für sie immens wichtig gewesen, „Vorgängerinnen“ zu haben. So wie zum Beispiel die große Lyrikerin Sarah Kirsch, die vor 30 Jahren ebenfalls mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet wurde.

https://www.swr.de/swr2/literatur/verleihung-des-peter-huchel-preises-2023-an-judith-zander-100.html


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