Louise Erdrich: Der Nachtwächter

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 12.7.2021

Louise Erdrichs neuer Roman, ausgezeichnet mit dem Pulitzer Prize for Fiction 2021, erinnert an ein vergessenes Kapitel der US-amerikanischen Geschichte. Die Autorin mit Wurzeln im Volk der Chippewa erzählt hier auch vom politischen Kampf ihres Großvaters.

Louise Erdrichs neuer Roman „Der Nachtwächter“ beginnt mit einer Schreibszene, allerdings keiner literarischen. Denn Thomas Wazhashk, der titelgebende Nachtwächter, ist kein Schriftsteller. Nachts wandert er allein durch die verlassenen Gänge der Lagersteinfabrik am Rande der Turtle Mountain Indian Reservation, durch die Werkhallen, in denen tagsüber Turtle-Mountain-Frauen ihre Präzisionsarbeit verrichten, Löcher in winzige Edelsteine bohren für die Uhrenindustrie und das Verteidigungsministerium. Dann, zwischen den Kontrollgängen, setzt er sich an den Schreibtisch, kämpft mit dem Schlaf und beginnt seine übrigen Amtsgeschäfte.

Thomas ist Vorsitzender im Stammesrat, erst seit Kurzem steht diese Fabrik in der Nähe des Reservats, er hat sich für ihre Ansiedlung starkgemacht. Unermüdlich schreibt er dort nun Briefe an den Senator von North Dakota, an den County Commissioner. Anfangs geht es noch um die Elektrifizierung der ländlichen Region, um die Ausbesserung von Straßen, bald aber schon um viel mehr. Denn das Reservat ist in Gefahr, und mit ihm die Existenz des gesamten Stammes.

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Erdrich, Louise
Aufbau Verlag GmbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783351038571
24,00 € (inkl. MwSt.)