Der Siegerfilm des Deutschen Fernsehkrimifestivals 2018 bei den Darmstädter Krimitagen
Die Preisverleihung 2018
Der SWR-Tatort "Stau" ist mit dem Deutschen Fernsehkrimipreis 2018 ausgezeichnet worden.
Die Jury, die im Auftrag der Stadt Wiesbaden die Preise vergibt, lobte den SWR-Tatort für seine Dramatik und Poesie. „Im alltäglichen Setting des Staus entfaltet sich eine dramatische Ermittlung unter Zeitdruck zu einem unterhaltsamen und poetischen Kaleidoskop menschlicher Geschichten“, begründete die Jury am Freitagabend den 9. März 2018 ihre Wahl.
Die Filmvorführung am 24. März 2018 wird ergänzt durch ein Filmgespräch mit 2 Beamten der Kripo Darmstadt und dem Szenenbildner des Tatorts "Stau". Szenenbildner sind für die gesamte Gestaltung einer Filmwelt verantwortlich. Sie überprüfen die im Drehbuch beschriebenen Sets auf ihre Tauglichkeit. Die Handlung kann an vielen verschiedenen Orten und in verschiedenen Milieus stattfinden: hochmodern, futuristisch oder auch aus einer längst vergangenen Zeit - die Aufgabe des Szenenbildners ist es, genau die richtige Stimmung zu treffen.
Feierabendzeit an einem Herbsttag in Stuttgart. Die Stadt steht im Stau. Alle wollen nach Hause, keiner kommt voran. In einer Wohngegend liegt ein junges Mädchen tot am Rande der Fahrbahn. Schädelbasisbruch, das könnte ein Unfall mit Fahrerflucht sein, aber auch eine absichtliche Tötung.
Der einzige Zeuge ist erst drei Jahre alt und entsprechend unzuverlässig, wie Sebastian Bootz bei der eher mühsamen Befragung feststellt. Die einzige Straße vom Tatort führt geradewegs in den Stau. Also macht Thorsten Lannert sich auf zu der Wagenschlange, bei der gerade gar nichts vorwärts geht, sichert Spuren, sammelt Aussagen und begegnet dabei der ganzen Bandbreite von zunehmend gereizten Heimkehrern. Einer von ihnen muss der Täter sein und die Kommissare wollen ihn unbedingt erwischen, bevor der Stau sich auflöst.
Mehr zum Film
Dietrich Brüggemann gibt beim SWR sein Tatort-Debüt mit dem Stuttgarter Ermittlerteam Thorsten Lannert und Sebastian Bootz, gespielt von Richy Müller und Felix Klare. Er ließ sich für den gemeinsam mit Daniel Bickermann geschriebenen Film von einer ebenso alltäglichen wie entnervenden Situation inspirieren: dem durch Bauarbeiten zusätzlich angeheizten Stau auf den Einfallstraßen der Stadt. Auf der Stuttgarter Weinsteige treffen Lannert und Bootz in der Schar der im Stau stehenden Verdächtigen auf einen bunten Querschnitt städtischer Bevölkerung, gespielt u. a. von Julia Heinemann, Roland Bonjour, Rüdiger Vogler, Amelie Kiefer, Deniz Ekinci, Eckhard Greiner, Susanne Wuest, Bernd Gnann und Jacob Matschenz.
Gedreht wurden die im Stau spielenden Szenen in einer Messehalle in Freiburg, wo mit 100 Metern gebauter Mauer auf der Bergseite und 80 Meter Bluescreen auf der Talseite eine verkehrs- und wetterunabhängige Kulisse für 13 Drehtage entstand.
