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ISBN/EAN: 978-3-903539-55-6
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
248 S.

Hersteller:
edition laurin bei innsbruck university press
birgit.holzner@editionlaurin.at
Technickerstr. 21a
AT 6020 INNSBRUCK


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Beschreibung

Ada, Toni, Betti, Tricy - Innsbruck, Bozen, Ala, Tarrenz: Ein gesamtes Jahrhundert und seine Verwerfungen spiegelt sich in den Erzählungen von Frauen, deren Leben von den Entscheidungen Anderer geprägt wurden. Weggehen, weggegeben werden, nie richtig dazugehören; so unterschiedlich die Schicksale sind, verbindet sie doch das eine: das Fremd-Sein und die durchaus zwiespältige Sehnsucht nach Rückkehr und Zugehörigkeit. In den 1980er Jahren setzt sich die Geschichte mit Bettis Tochter Tricy fort: Kann es ihr gelingen, die Fremdheit als Erbe der mitunter gespenstisch widerhallenden Stimmen ihrer Mutterbande anzuerkennen und sie gleichzeitig hinter sich zu lassen? Anna Rottensteiner gibt in ihrem dritten Roman jenen eine Stimme, die weder hier noch dort dazugehör(t)en, auf der Suche nach einer Sprache, die das Dazwischen-Sein als Utopie zu skizzieren vermag.

Über Anna Rottensteiner

Anna Rottensteiner 1962 in Bozen geboren, Studium der Germanistik und Slawistik in Innsbruck, anschließend Tätigkeit als Buchhändlerin und Lektorin. 2003 - 2023 Leiterin des Literaturhauses am Inn. Ihre beiden Romane wurden ins Italienische übersetzt. 2021 arbeitete sie gemeinsam mit internationalen AutorInnen aus Italien, Frankreich und Rumänien am Projekt Körperland - Landkörper (iup).

Leseprobe

Wie weit zurück, wie tief soll man in die Geschichte einer Stadt eindringen, um ein Wissen und damit verbunden ein Gefühl zu entwickeln, das über die persönlichen Erinnerungen hinausgeht? Um das auszuloten, treffen wir uns am nächsten Tag mit einem ehemaligen Studienkollegen von Tricy im Stadtarchiv unter den Lauben. Wir beschließen, zuvor noch auf einen Kaffee zu gehen. Es ist unsinniger Donnerstag, Coriandoli am Boden, Übermut in der Luft, vereinzelte verkleidete Erwachsene und Kinder in den Gassen. Gehen wir doch ins Cafè gegenüber, schlägt Tricy vor. Du meinst das Rubens?, fragt der Freund. Jetzt wo du den Namen sagst, fällt auch er mir wieder ein, ja. Das Rubens gibt es schon lange nicht mehr!, lacht Tricys Bekannter, gehen wir doch ins Exil. Rubens in Bozen. War einmal, wahrscheinlich lange her. Ab welchem Zeitpunkt, ab welcher Entfernung kommt die Aktualisierung der abgespeicherten, aus dem Alltag der Bewegung durch die Stadt erinnerten Orte zu einem Ende?, frage ich mich, sage es jedoch nicht, um nicht in Tricys Wunden zu wühlen.