Details

ISBN/EAN: 978-3-531-11564-1
Einband: kartoniertes Buch
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 1982
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
579 S.

Hersteller:
Springer VS in Springer Science + Business Media
juergen.hartmann@springer.com
Abraham-Lincoln-Straße 46
DE 65189 Wiesbaden


Weitere Details arrow_forward_ios

Dimensionen und Determinanten der Freizeit

Eine Bestandsaufnahme der sozialwissenschaftlichen Freizeitforschung, Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung 20

54,99 €

Lieferbar innerhalb 1 - 2 Wochen

Beschreibung

Uber die Freizeitproblematik wissenschaftlich zu arbeiten, ist manchmal schon ein etwas heikles Unterfangen: handelt es sich hier doch urn einen Bereich, der einen selbst unmittelbar tan­ giert; es ist eben ein Unterschied hinsichtlich des Grades des dabei erfahre~en VergnUgens, der bisweilen sehr schmerzlich ins BewuBtsein rUckt, ob man beispielsweise abends aus einer plotz lichen Laune heraus selbst ausgeht oder am Schreibtisch sitzt und anhand von Literatur und Computerberechnungen Auf­ schluB darUber zu erlangen versucht, warum Menschen abends ausgehen. Dabei ist das soziologische Interesse an der Freizeit bei mir nicht durch eine kontinuierliche Seminararbeit auf diesem Ge­ biet geweckt worden - was auch gar nicht moglich gewesen ware, da dieser Schwerpunkt am Seminar fUr Sozialwissenschaften der Universitat Hamburg nicht angeboten wird - sondern durch einen Zufall. Ich habe mich wahrend meines StudiUffis sehr intensiv mit methodologischen Fragen und in diesem Zusammenhang auch mit Problemen der Statistik und Datenverarbeitung auseinander­ gesetzt. Von diesem Interesse geleitet, fUhrte ich u.a. auch anhand von 'Spielmaterial' eine groBere Zahl von multivariaten Analysen durch, wobei die Erkennung der Leistungsfahigkeit komplexer statistischer Modelle im Vordergrund stand; inhalt­ liche Aspekte spielten hier zunachst nur am Rande eine Rolle.

Inhalt

InhaltsangabeI: Vorbemerkungen.- 1 Methodologische Erwägungen zu einer Freizeitsoziologie.- 1.1 Analyse der Freizeit als gesamtgesellschaftlich gegebenes Globalphänomen versus Analyse der Freizeit als individuelles Verhaltenssystem, das auf Rollensets sowie subjektiven und objektiven materiellen Voraussetzungen gründet.- 1.2 Methoden einer Fozialwissenschaftlich-empirischen Freizeitforschung.- 1.2.1 Multivariate statistische Modelle in der Freizeitforschung.- 2 Zielsetzungen der vorliegenden Arbeit.- II: Allgemeine Grundlagen.- 3 Freizeitdefinitionen.- 3.1 Probleme der Gültigkeit 'objektiver' Freizeitdefinitionen.- 3.2 Analyse von Freizeitdefinitionen, bei denen der Grad der Fremdbestimmung bzw. Selbstbestimmung als Meßlatte dient und Darstellung der damit verbundenen Probleme.- 3.3 Exkurs 1: Trennmerkmale, in denen sich Erwerbsarbeit und Freizeit voneinander unterscheiden.- 3.4 Exkurs 2: Zur Kategorie des 'Spiels'.- 3.4.1 Charakteristika des 'Spiels'.- 3.4.2 Funktionen des 'Spiels'.- 4 Explikation der These, daß Freizeit nicht 'individuelle Verhaltensbeliebigkeit' heißen kann, sondern im hohen Maße einer gesetzmäßigen internen Strukturierung und externen Determination unterliegt.- 4.1 Freizeitverhalten im Kontext von gesamtgesellschaftlich vermittelten Zeitstrukturen.- 4.2 Freizeitverhalten im Kontext von sozio-kulturellen Wertvorstellungen.- 4.3 Freizeitverhalten im Kontext von Follenerwartungen.- 4.4 Freizeitverhalten im Kontext von situativen Fruppenerwartungen.- 4.5 Herleitung von im Freizeitverhalten zum Tragen kommenden Einflußgrößen aus historisch überlieferten Orientierungsmustern (Überleitung zum nächsten Abschnitt).- 5 Herausarbeitung der sozialgeschichtlichen Genese der Freizeit als ganzer und bestimmter, teilweise auf ihre Vorstufen zurückgehender Einzelphänomene.- 5.1 Die 'Klassische Muße' und die gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Herausbildung im Rahmen der 'klassenbildenden Arbeitsteilung'.- 5.2 Mit dem im späten Mittelalter aufkommenden, sich nach und nach gegenüber dem Adel behauptenden Bürgertum einhergehender Wandel in der Fuße-Vorstellung: das 'kontemplative' Element verliert, das Element der 'individuellen Selbstverwirklichung' gewinnt an Bedeutung.- 5.3 Mit dem Gedanken der 'Unveräußerlichkeit.- 5.3 der Persönlichkeit' und der damit eng verbundenen 'Versachlichung der Arbeits verhältnisse' ('Vertragstheorie') entstand die Basis für die Idee der 'modernen Freizeit'.- 5.3.1 Exkurs 3: Der Protestantische Arbeitsethos.- 5.3.2 Exkurs 4: Der Innen-Geleitete Charaktertypus.- 5.4 Das Ökonomische System des 'ungezügelten' Kapitalismus verhinderte es zunächst von den materiellen Voraussetzungen her, daß für die Mehrzahl der Menschen Freizeit mehr beinhalten konnte als unbedingt notwendige 'Regeneration'.- 5.5 Aufgrund volkswirtschaftlicher und gesell- chaftspolitischer Notwendigkeiten erlangt die Fislang weitgehend nur als Idee existierende 'moderne Freizeit' soziale Wirklichkeit.- 6 Ökonomische Aspekte der Freizeit.- 6.1 Die Freizeit als volkswirtschaftlich notwendiger Fonsumraum.- 6.2 These 1: Die Wirtschaft expandiert nur deswegen ständig, weil sie den - hauptsächlich in der Freizeit zu verzeichnenden - ständig wachsenden und Frinzipiell unbegrenzten Konsumbedürfnissen der Fenschen gerecht zu werden versucht.- 6.3 These 2: In der Freizeit geraten die Menschen (neben der Erwerbsarbeit) unter eine erneute Fremdbestimmung, die wesentlich von den Interessen einer, einem ständigen blinden Expansionszwang Fnterliegenden Wirtschaft getragen ist.- 6.3.1 Beschreibung von Formen dieser Einfluß nahme seitens wirtschaftlicher Interessen und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Freizeit.- 6.4 These 3: Die hochentwickelte Industriegesellschaft birgt zwar einerseits zweifellos die Gefahr einer blinden Subsumie-rung der Menschen unter die Erfordernisse und Gesetzmäßigkeiten einer von ihnen weitgehend losgelösten und letztlich nur sich selbst verpflichteten Wirtschaft in sich, bildet aber auch andererseits erst die materielleF orau