Zadie Smith: Betrug

Buchempfehlung von SWR2 vom 2.11.2023

Ein Hochstapler wird im viktorianischen London zum Medienstar – und zur Galionsfigur für die Unterprivilegierten. In ihrem ersten historischen Roman erzählt Zadie Smith von einem der bekanntesten Gerichtsfälle Englands, der Arm und Reich gegeneinander aufbrachte.

Literarisch hochversiert zieht Smith die Spur in die Gegenwart, in der Fake News und charismatische Hochstapler die Öffentlichkeit faszinieren. Ein komplexer, unterhaltsamer Roman mit tiefernster Grundierung.

Die Geschichte, die das pulsierende Zentrum von Zadie Smiths Roman bildet, ist so grotesk und unglaublich, dass sie eigentlich nur ausgedacht sein kann. Doch tatsächlich hat sie sich in ihren Grundzügen genau so ereignet: Im Jahr 1866 taucht ein Mann in London auf und behauptet, der seit Jahren verschollene Roger Tichborne zu sein.

Zadie Smith bleibt in „Betrug“ also ihren Generalthemen treu, kleidet sie aber in einen trotz seiner komplexen Struktur ungemein unterhaltsamen Roman. „Betrug“ ist im besten Sinne ein Schmöker. Aber seine tiefernste Grundierung ist beim Lesen stets präsent.

https://www.swr.de/swr2/literatur/zadie-smith-betrug-100.html


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