Sigrid Nunez: Die Verletzlichen

Buchempfehlung von SWR2 vom 15.1.2024

New York im Lockdown: Eine namenlose Erzählerin hütet die Wohnung einer Freundin samt Papagei. Ein neuer, junger Mitbewohner kommt dazu, und neue Dynamiken entwickeln sich. Nicht im Sinne einer wirklichen Handlung, aber auf der Ebene der Reflexionen und Erinnerungen. Eines der faszinierendsten Bücher über die Corona-Pandemie.

Sigrid Nunez erzählt in ihrem neuen Roman weniger eine Geschichte, vielmehr einen Zustand: Eine Universitätsdozentin und Schriftstellerin bleibt im Frühjahr 2020 als eine der wenigen aus ihrem Bekanntenkreis in New York zurück.

Covid 19 hat die Metropole leergefegt. Wer es sich leisten kann, hat den amerikanischen Melting Pot der Pandemie verlassen, sich in ein Landhaus zurückgezogen oder in luxuriösen Penthouses verbarrikadiert. Sich vor dem Virus zu schützen, ist auch eine Klassenfrage:

"Die Mittelschicht versteckt sich, während die Arbeiterklasse ihnen die Sachen bringt.« Eine andere Version: Weiße verstecken sich, während schwarze und braune Menschen ihnen die Sachen bringen."

"Die Verletzlichen", hervorragend übersetzt von Anette Grube, ist eines der besten Bücher, das bislang über die Coronajahre erschienen ist.

https://www.swr.de/swr2/literatur/sigrid-nunez-die-verletzlichen-100.html

 

 


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