Roman Köster: Müll. Eine schmutzige Geschichte der Menschheit

Buchempfehlung von SWR2 vom 27.10.2023

Die Kehrseite von Wohlstand und Überfluss ist das, was übrigbleibt, der Abfall. Er gehört zum menschlichen Leben, nicht erst seit Beginn des Massenkonsums, sondern seit je. Davon handelt Roman Kösters Monografie „Müll. Eine schmutzige Geschichte der Menschheit“.

Die Wege der Menschen sind von Abfall gesäumt. Vor Urzeiten waren das abgenagte Knochen, Verdauungsprodukte, ein bisschen Asche, nichts von größerer Bedeutung. Später ging es vor allem darum, mit den Abfällen fertig zu werden, die das Leben in den Städten erzeugte.

Seit den 1950er Jahren jedoch ist im Hinblick auf die Vermehrung des Abfalls eine „welthistorische Epochengrenze“ überschritten worden, und der Müll hat sich von einer „Frage städtischer Sauberkeit in ein globales Umweltproblem“ verwandelt. Diese Entwicklung beschreibt Roman Köster in seiner großen Monografie „Müll. Eine schmutzige Geschichte der Menschheit.“

Ganz neue Herausforderungen entstanden mit dem Massenkonsum, der in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg in Schwung kam. So bewirkte die Ausbreitung der Supermärkte eine eklatante Steigerung des Müllaufkommens.

Der Verschmutzung der Weltmeere mit Plastikmüll widmet der Autor ein eigenes, das letzte Kapitel, in dem er den Beginn dieses Elends datiert. Es sei der berühmte Forschungsreisende Thor Heyerdahl gewesen, der 1969 bei einer Kajakfahrt im Pazifik erstmals größere Mengen von schwimmendem Plastik beobachtet hat.

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