Paul Auster: Baumgartner
Buchempfehlung von SWR2 vom 10.11.2023
Wie weiterleben nach dem Tod eines geliebten Menschen? Paul Austers „Baumgartner“ ist ein schmaler Roman über Verlust, Trauer, Liebe und Schreiben – und über die kleinen Dinge, die uns trotz allem durchhalten lassen.
Es gibt zwei Sätze in Paul Austers neuem Roman „Baumgartner“, die auf den Punkt bringen, worum es in diesem Buch geht:
„Sie fehlt mir, das ist alles. Sie war die Einzige auf der Welt, die ich jemals geliebt habe, und jetzt muss ich herausfinden, wie ich ohne sie weiterleben kann.“
Es gibt unheimliche, lebensverändernde Träume, metaphysische Spekulationen, und der Held selbst passt durchaus in die Reihe der immer latent desorientierten Auster-Helden in einer plötzlich fremd wirkenden Welt.
Allerdings ist hier alles ins Leichtere, Hellere, sogar Ironische gewendet. Und zwar bis zum spannungsgeladenen Schluss, der Baumgartner und damit die Leserinnen und Leser in eine eisige Winternacht entlässt, die alles bringen kann, Gutes wie Schlimmes.
So gelingt Paul Auster ein ebenso berührender wie unterhaltsamer Roman über Trauer und Verlust, über das Schreiben und über das Weiterleben mit allem, was fehlt.
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