Lucia Lijtmaer, Die Häutungen

Buchempfehlung von SWR2 vom 28.3.2024

Zwei Frauen, die eine in Barcelona, die andere in Salem in Nordamerika. Vierhundert Jahre trennen die beiden. Ihr Schicksal könnte nicht unterschiedlicher sein, aber gemeinsam haben sie ihre Flucht, ihre Rebellion, ihren Kampf um Selbstbehauptung. Davon erzählt, mitreißend und ironisch, Lucía Lijtmaer in ihrem Roman „Die Häutungen“. Zwei Frauen fliehen vor dem Schmerz und suchen Heilung. Vier Jahrhunderte trennen die beiden. Lucía Lijtmaer erzählt in ihrem Roman Die Häutungen zwei Parallelgeschichten. Nur auf den ersten Blick haben sie nichts miteinander zu tun. In sich abwechselnden Kapiteln lernen wir die zwei Protagonistinnen kennen.

Lucía Lijtmaer hat einen Roman über weibliche Selbstbehauptung und Rache geschrieben. Das verbindet die beiden parallel erzählten Geschichten über Raum und Zeit hinweg. Deborah Moody führt den Männern durch die Gründung ihres eigenen Dorfes vor, dass sie als Frau ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen kann.  Beide Handlungsstränge sind nicht miteinander verknüpft, sie treffen sich erst am Ende, aber lesen sich jeder für sich höchst interessant und unterhaltsam. Es ist originell und glänzend gelungen, wie sich die Autorin in Deborah und ihr Leben in der puritanischen Gemeinschaft hineinfühlt und denkt. Deborah erzählt ihre Geschichte übrigens ihrem Gott, mit einer immer selbstbewussteren Stimme. Die verlassene Frau dagegen wendet sich an ihren Ex.

Sprachlich mitreißend, oft ironisch und bissig, wirft der Roman Die Häutungen auch einen aufschlussreichen Blick auf Lijtmaers Heimatstadt Barcelona, auf urbane Arm-Reich-Kontraste, den Touristen-Overkill, Gentrifizierung und scheinheilige progressive Politiker. Ein kluger und im besten Sinne feministischer Roman und nicht umsonst ein großer literarischer Erfolg in Spanien.

https://www.swr.de/swr2/literatur/lucia-lijtmaer-die-haeutungen-100.html


Bibliographie
Kategorie