Jörn Leonhard: Über Kriege und wie man sie beendet. Zehn Thesen
Buchempfehlung von SWR2 vom 8.1.2024
Geschichte wiederholt sich nicht, aber der Blick auf vergangene Kriege zeigt, welche Konstellationen warum zu welchen Ergebnissen führten. Der Freiburger Historiker Jörn Leonhard fördert mit dem Blick in die Geschichte erhellende Erkenntnisse für die Gegenwart zutage.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und jetzt der Krieg in Israel hat die Frage, wie ein Krieg beendet werden kann, höchst aktuell gemacht. Natürlich geht der Historiker Jörn Leonhard die Frage historisch an und fragt:
Unter welchen Bedingungen wurden in der Vergangenheit Kriege beendet? Warum dauerte es beim 30-jährigen Krieg sehr, sehr lange, bis es zu einem Friedensschluss kam? Warum wurde der Sieg Deutschlands über Frankreich 1871 ausgerechnet in Versailles gefeiert? Welche Folgen hatte dies für den Versailler Vertrag 1919, also zum Ende des Ersten Weltkrieges?
Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss Deutschland überhaupt keinen Friedensvertrag, sondern unterschrieb nur eine bedingungslose Kapitulation, und doch waren die Jahrzehnte danach relativ stabil. Warum kann man den Zwei-plus-Vier-Vertrag des Jahres 1990 als einen nachträglichen Friedensvertrag ansehen? Was folgt aus all dem für den heutigen Krieg in der Ukraine, für den Krieg im Nahen Osten?
Die komparativen, historischen Erkenntnisse von Jörn Leonhard regen auf eindringliche Weise zum Nachdenken an. Auf nachvollziehbare Weise kann er erklären, welche Voraussetzungen für einen Friedensschluss, der diesen Namen verdient, erfüllt sein müssen. Eine sowohl spannende als auch lehrreiche Analyse.
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