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Svenja Flaßpöhler: Sensibel

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 22.10.2021

Wenn Empfindsamkeit einen höheren Stellenwert erhalte als Resilienz, drohe gesellschaftlicher Stillstand. Das schreibt die Philosophin Svenja Flaßpöhler in ihrem Buch „Sensibel“. Wenn Gefühle das Handeln leiten, zögen sich die Menschen schutzsuchend zurück oder würden aggressiv.

"Wir erleben gerade, wie diese eigentlich konstruktive Kraft der Sensibilität in Destruktivität umzuschlagen droht: Anstatt zu verbinden, trennt uns die Empfindlichkeit. Sie zersplittert Gesellschaften in Gruppen,“ so die Philosophin Svenja Flaßpöhler in ihrem neuen Buch „Sensibel“. Schon mit ihrer Streitschrift „Die potente Frau“ hatte die Chefredakteurin des „Philosophie-Magazins“ heftigen Streit entfacht. Es ging um ihre These, die MeToo-Bewegung sei in patriarchalen Denkschemata befangen, einem starren Opfer-Täter-Denken. Nun hat Flaßpöhler noch einmal nachgelegt. Auffällig sei, wie sehr unsere Zeit von der Konfliktlinie „gute Weiblichkeit versus böse Männlichkeit“ geprägt sei, schreibt sie.

Den Blickwinkel hat Flaßpöhler in ihrem neuen Buch aber jetzt noch einmal erheblich erweitert. MeToo und die Debatte um toxische Männlichkeit sind hier eingebettet in eine Beschäftigung mit der Frage, wie es um das Verhältnis von Empfindsamkeit und Verletzlichkeit des Individuums auf der einen Seite und Widerstandskraft und Eigenverantwortung auf der einen Seite steht. Flaßpöhler ist der Meinung, hier sei etwas gehörig aus dem Ruder gelaufen. Ob es um Identitätsdebatten, um sogenannte kulturelle Aneignung, politische Korrektheit oder um gendergerechte Sprache gehe, zunehmend würden Gefühle handlungsleitend. Die Folge: Menschen zögen sich schutzsuchend ins eigene Meinungsbläschen zurück oder würden aggressiv.

https://www.deutschlandfunk.de/svenja-flasspoehler-sensibel-das-gekraenk...

Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783608983357
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