Rob und Tom Sears: Unser gewaltiger Fußabdruck
Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 29.10.2022
Um die gigantischen Ausmaße der Menschheit darzustellen, greifen die Briten Rob und Tom Sears in ihrem Kindersachbuch zu einer originellen Idee: Sie erschaffen einen „Mega-Menschen“, der seine Umwelt dominiert und alles Leben auf der Erde verändert.
Fast acht Milliarden Menschen leben auf der Erde. Für den Einzelnen ist diese Masse an Menschen nahezu unvorstellbar. Das liegt laut dem britischen Autor Rob Sears an unseren prähistorischen Wurzeln:
„Das Problem ist, dass sich unsere Gehirne nicht wesentlich verändert haben, seit wir in kleinen Gruppen in Höhlen zusammenlebten und mithilfe unserer Hände und Füße zählten. Wir sind einfach nicht dafür gemacht, uns einen Reim auf riesige Zahlen zu machen. Deshalb fällt es uns schwer, das wahre Ausmaß unserer Spezies zu verstehen.“
Der Mega-Mensch, der gleichzeitig das „Wir“ der Erzählung darstellt, muss laut Rob und Tom Sears schleunigst anfangen, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen:
„[W]enn wir den Mega-Burger zubereiten können, das Mega-Gebäude bauen und die Mega-Mine ausheben, können wir uns vielleicht auch der noch größeren Aufgabe stellen: das Mega-Chaos zu beseitigen, das wir angerichtet haben. Und selbst wenn wir das nicht können, sind wir es dem Planeten dann nicht schuldig, es zumindest zu versuchen?“
Die Ideen hierzu fallen im Vergleich zum Rest des Buches weniger originell aus: nämlich mehr Bäume zu pflanzen, Plastikmüll aus den Ozeanen zu fischen und neue Methoden zur Energiegewinnung zu entwickeln. Für Kinder ab dem vom Verlag ziemlich frühen empfohlenen Lesealter von acht Jahren wären weitere, kindgerechte Handlungsvorschläge wünschenswert gewesen.
Sonst ist „Unser gigantischer Fußabdruck“ aber hervorragend auf die Zielgruppe zugeschnitten: Spielerisch erzählt und anschaulich illustriert bietet das Kindersachbuch zwar einen schonungslosen Lagebericht unseres Planeten, vermittelt aber durchaus auch Optimismus, dass wir Menschen uns noch rechtzeitig auf das besinnen, was für eine lebenswerte Zukunft nötig ist – eine einfallsreiche, kritische, aber gleichzeitig auch eine hoffnungsfrohe Lektüre.
https://www.deutschlandfunk.de/das-mega-chaos-beseitigen-100.html