Judith Hermann: Daheim

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 2.5.2021

In ihrem Roman „Daheim“ erzählt die Schriftstellerin Judith Hermann von einer Frau, die an einem einsamen Ort am Meer ein neues Leben anfängt. Aber das alte Leben ist stets dabei. „Daheim“ ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Ganz bewusst eröffnet Judith Hermann ihren neuen Roman mit einem Szenario, das sich als eine Reminiszenz an ihre frühen, in den 1990er-Jahren angesiedelten Geschichten lesen lässt. Die im gesamten Buch namenlos bleibende Ich-Erzählerin erinnert sich an eine 30 Jahre zurückliegende Phase ihres Lebens. In einer Zigarettenfabrik ist sie einer vergleichsweise einförmigen Arbeit nachgegangen.

Die bestand darin, darauf zu achten, dass der Tabakstrang schnurgerade in die Maschine einlief. Der biografische Hintergrund der Frau wird nur angedeutet. Aufgrund bestimmter Schlüsselworte wie „Einraumwohnung“ lässt sich vermuten, dass die Protagonistin aus Ostdeutschland stammt. Nun lebt sie, wie sie vage angibt, im Westen. Zu Beginn schildert sie die Gleichförmigkeit ihrer Tage, in der sich die minimalen Ansprüche an das eigene Leben, das sich willenlose Treibenlassen in einem Meer des Unspektakulären spiegeln.

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Hermann, Judith
Fischer, S. Verlag GmbH
ISBN/EAN: 9783103970357
21,00 € (inkl. MwSt.)