Jon Fosse: Ich ist ein anderer. Heptalogie III-V

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 28.01.2022

Der norwegische Autor Jon Fosse ist weltbekannt für seine Dramen. Seine Prosa steht den Theaterstücken in nichts nach. In dem Roman „Ich ist ein anderer“ spielt Fosse mit den Möglichkeiten alternativer Lebensläufe. Eine Künstler- und Doppelgängergeschichte, die ungemeinen Sog entfaltet.

Die Bezeichnung Heptalogie, also Siebenteiler, ist für Jon Fosses großes Romanprojekt etwas missverständlich. Denn es handelt sich nicht um sieben Romane, sondern um drei mit insgesamt sieben Teilen. Der neue Band, der zweite der Trilogie,  „Ich ist ein anderer“, greift Arthur Rimbauds berühmte Wendung auf, was in diesem Fall sehr sinnig ist. Denn die Identität eines Anderen, der man dennoch selbst ist (oder sein könnte), ist exakt das Thema dieses Werks. Der Ich-Erzähler, ein alternder Maler namens Asle, lebt allein und zurückgezogen an einem Fjord in Norwegen. Die einzigen Personen, mit denen er umgeht, sind sein Nachbar Asleik und der Galerist Beyer. Letzterer hat Asle in jungen Jahren, noch als Gymnasiasten, entdeckt, stellt ihn seitdem aus.

Fosse entfaltet ein komplexes Vexierspiel über Sein und Identität, die Klammer des Ganzen aber ist die Religion. Sie bedeutet Heil und Heilung. Sie ermöglicht dem Maler Asle nicht nur, seine spezifische Kunst auszuüben, sondern auch mit der verstorbenen Ales zu kommunizieren.

https://www.deutschlandfunk.de/eine-philosophische-reflexion-ueber-identitaet-100.html


Bibliographie