Howard Eiland, Michael W. Jennings: Walter Benjamin - Eine Biographie

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 29.11.2020

Vor achtzig Jahren starb Walter Benjamin in den spanischen Pyrenäen. Ein schier unglaubliches Nachleben begann, das sich nur mit dem von Kafka vergleichen lässt.

Walter Benjamin ist so etwas wie der Che Guevara der Kulturwissenschaften, es fehlen eigentlich bloß noch die entsprechenden T-Shirts mit dem Konterfei der Ikone. Um den verstoßenen Außenseiter ranken viele Mythen. Sein Artikel „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ ist der meistzitierte Aufsatz in den kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Eiland/Jennings zeigen in ihrem Benjamin-Buch ein narzisstisches Genie, sein Netzwerk und sein einzigartiges Werk. Daraus entsteht das Bild eines äußerst schwierigen Menschen und seiner Konflikte, aber auch seiner vielfältigen Kooperationen; zudem ein intellektuelles Panorama, soweit es vom Mount Benjamin aus sichtbar wird. Dieser Walter Benjamin ist kein erratisches Monument, sondern ein eigenwilliger, etwas sonderbarer Suchender, der seine Mitwelt zu faszinieren weiß. Er durchlebt Phasen, ist widersprüchlich, ändert auch mal Laufwege. Vor allem ist er von Stimmungen getrieben, von Höhenflügen wie tiefen Depressionen. Dabei bleibt aber eine Haltung konstant: Benjamins Denken, so die Autoren.

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Bibliographie