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Gerhard Roth: Der Imker

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 29.05.2022

Ein dichter Nebel lässt eines Tages fast die gesamte Menschheit verschwinden. Wenige Überlebende versuchen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Gerhard Roths nachgelassener Roman „Die Imker“ ist eine facettenreiche Dystopie und dabei so schizophren wie sein Erzähler.

Unter den vielen eigenwilligen Einzelgängern in der österreichischen Literaturlandschaft seit 1945 nahm der Schriftsteller Gerhard Roth eine ganz besondere Position ein. Nicht nur weil er unfassbar produktiv war, sondern weil sich dieses in rund vier Jahrzehnten geschaffene Riesenwerk in der Summe seiner Einzelteile zu einer Art Universalgeschichte ausgegrenzten Lebens fügt. Formal der geheimnisvollen Struktur eines Bienenkorbs nachempfunden: Viele autonome, „frei fliegende“ Elemente bilden ein korrespondierendes Ganzes. Der Organismus des Bienenvolks habe keinen festen Umriss, schrieb Gerhard Roth zur Erklärung des ästhetischen Prinzips seines großen Erfolgsromans „Landläufiger Tod“ von 1984:

 „Seine Form verändert sich je nach Klima und Nahrungsangebot. Diese Erklärung war für mich, auf der Suche nach einer Konstruktion für den Roman, eine Inspiration.“

1990 hatte der Bienenfreund Gerhard Roth den Insekten einen Dokumentarfilm gewidmet, 1997 sogar ein Buch. Die Bienen, sie bevölkern eine Vielzahl seiner Bücher. So ist es kaum verwunderlich, dass sein letzter großer Roman den Titel trägt: „Die Imker“.

Der Roman „Die Imker“ ist nun der Schlussstein in diesem gewaltigen literarischen Lebensprojekt des Gerhard Roth. Roths literarische Nachschöpfung schizophrenen Denkens mit seinen vielen Facetten, Spiegelungen und labyrinthischen Verzweigungen ist bewundernswürdig. In der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit ist sie wohl einzigartig.

https://www.deutschlandfunk.de/die-bedeutung-des-unbewussten-100.html

Roman
Einband: Leinen
EAN: 9783103974676
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