Bov Bjerg: Deadline
Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 11.8.2021
Mit dem Roman „Auerhaus“ wurde Bov Bjerg im Jahr 2015 berühmt. Nun wird im neu gegründeten Kanon Verlag sein vergessenes Debüt „Deadline“ wiederaufgelegt. Die Melancholie der späteren Romane findet sich bereits in diesem Erstling über eine sterbende Mutter.
Die übergewichtige Paula ist Ende 30, übersetzt in den USA Gebrauchsanweisungen und hetzt von Deadline zu Deadline durch ihr beschleunigtes Leben. „Deadline“ heißt konsequenterweise auch Bov Bjergs erster Roman, der auf eiligen 120 Manuskriptseiten – als Buch großzügig auf 150 Seiten gesetzt – erzählt, wie diese übergewichtige Übersetzerin in ihr deutsches Heimatdorf fährt, um ihre kranke Mutter zu besuchen, und wie sie während dieses Besuchs konfrontiert wird mit einer selten gespürten Langsamkeit:
„Das Haus war verlassen. Von draußen das Brummen der Straße. Aus der Küche ein Summen. Die Spülmaschine (tatsächlich: eintausend Watt) sprühte, pumpte, dampfte. Vorspülen, reinigen, zwischenspülen, klarspülen, trocknen. Summte tiefer, höher, schlug mit den Ventilen.“
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