Newsletter 02/ 2017

Bücherleser leben länger

Eine gute Nachricht für alle Buchleser. Laut einer Studie der amerikanischen Yale-Universität leben eifrige Bücherleser im Schnitt zwei Jahre länger als Nicht-Leser.
Frauen wurden in Deutschland im Jahr 2015 durchschnittlich rund 5 Jahre älter als Männer: http://www.focus.de/wissen/mensch/statistik-zur-lebenserwartung-so-alt-wird-man-in-deutschlandheute_id_4630788.html
Also Männer ab in den Buchladen, Bücher kaufen und lesen, z.B. zum Einstieg von Stefan Bollmann: "Frauen und Bücher", 22,99 €, Gebundenes Buch, Verlag Randomhouse/DVA, ISBN: 978-3-421-04561-4.
 

Zwei von fünf lesen regelmäßig Bücher

JIM-Studie 2016: Zwei von fünf Jugendlichen lesen regelmäßig gedruckte Bücher, zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland.
Die Analyse des Leseverhaltens der Zwölf- bis 19-Jährigen ist jedes Jahr ein fester Bestandteil der JIM- Studie. In der Zeitreihe belegen die Ergebnisse seit 1998, dass der Einzug digitaler Medien in die Jugendzimmer andere Mediengattungen nicht zwingend verdrängen muss. Zwischen 37% und 44 % der jugendlichen Leser lesen täglich / mehrmals in der Woche in gedruckten Büchern. Wer gerne die 50 seitige Präsentation zum Medienverhalten von Jugendlichen nachlesen möchte, kann dies

 

"Unwort" des Jahres 2016

Das "Unwort des Jahres 2016" ist "Volksverräter". Das gab die Jury der sprachkritischen Aktion in Darmstadt bekannt. Das Wort sei ein "typisches Erbe von Diktaturen", unter anderem der Nationalsozialisten. Als Vorwurf gegenüber Politikern sei das Wort so diffamierend, dass "ein solcher Sprachgebrauch das ernsthafte
Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft abwürgt", teilte die Jury in ihrer
Begründung für die Wahl des diesjährigen Unwortes mit.
Die Jury wies darauf hin, dass der Wortbestandteil "Volk", wie er in den Wörtern "völkisch" und "Umvolkung" gebraucht werde, ähnlich wie im Nationalsozialismus nicht für das Staatsvolk als Ganzes stehe, sondern für eine ethnische Kategorie, die Teile der Bevölkerung ausschließe und damit die Gültigkeit der Grundrechte für alle Menschen im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik ausschließe.
 

"Alternative Fakten" sind Lügen

"Alternative Fakten" sind Lügen
1 + 1 ist 2 oder ist 1 & 1 doch eher vodaphone? Alternative Fakten jedenfalls gibt es nicht.L ügen bleiben Lügen. Eine kleine zufällige Auswahl.
  • "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" Mit diesen Worten wird Walter Ulbricht, langjähriger Vorsitzender des Zentralkomitees der SED und einer der bedeutendsten Politiker der DDR, immer in Verbindung gebracht werden. Zwei Monate nachdem er diese Worte im Juni 1961 auf einer Pressekonferenz prägte, fangen die Baumaßnahmen an und Deutschland ist endgültig ein geteiltes Land.
  • 1962 wurden nach einem kritischen Bericht über die Bundeswehr mehrere SPIEGEL-Reporter sowie der Verleger Rudolf Augstein für zum Teil über 100 Tage verhaftet. Der damalige Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß (CSU) beteuert in der Folge, nicht in die Pläne involviert gewesen zu sein. Nach und nach stellt sich jedoch heraus, dass er nicht nur von den Plänen gewusst, sondern sie zum Teil sogar vorangetrieben hat.
  • Mit dem ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon verbindet man die" Watergate"-Affäre, eine ganze Reihe von Missbräuchen der Regierungsvollmachten zum Zwecke, den politischen Gegner zu schwächen. Nixon leugnet zunächst, verwickelt zu sein und behindert später die Ermittlungen, bis er dem Druck nicht mehr standhält und im August 1974 als bis dato einziger Präsident der USA zurücktritt.
  • Es ist wohl einer der meistzitierten Sätze eines deutschen Politikers. 1986 propagiert der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) medial inszeniert auf Plakaten: "Denn eines ist sicher: Die Rente". Ein Satz der vielen Rentnern heute wie Hohn vorkommen muss.
  • Die Barschel-Affäre in Schleswig-Holstein bringt 1987 ein mindestens ebenso bekanntes Zitat hervor: "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort", sagt der damalige Ministerpräsident des Landes, Uwe Barschel (CDU). Damit versucht er zu bekräftigen, nicht in die Abhörversuche und Intrigen gegen seinen politischen Wiedersacher Björn Engholm (SPD) verwickelt zu sein. Barschel muss zurücktreten und wird wenige Tage später tot in einem Genfer Hotel gefunden.
  • Im Bundestagswahlkampf 1990 verspricht der Einheits-Kanzler Helmut Kohl (CDU), dass sich die neuen Bundesländer in "blühende Landschaften" verwandeln und diese Verwandlung "aus der Portokasse" finanziert würde. Nur ein Jahr später wird unter seiner Regierung der Solidaritätszuschlag eingeführt.
  • Probleme anderer Art hat der ehemalige Präsident der USA, Bill Clinton, 1998. In der sogenannten Lewinsky-Affäre sieht sich Clinton Anschuldigungen gegenüber, denen  zufolge er Sex mit der ehemaligen Praktikantin Monica Lewinsky gehabt haben soll. Nach einem öffentlichen Dementi ("I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky"), muss er die Affäre später dennoch eingestehen.
  • George W. Bush vor dem Irak-Krieg: "Wir haben die Massenvernichtungswaffen gefunden." 
  • Der Wille zur Macht ist größer als die Bedeutung des eigenen Wortes. Andrea Ypsilanti (SPD) möchte 2008 Roland Koch (CDU) als Hessens Ministerpräsident ablösen und bricht dafür mit ihrem Versprechen, dies nicht mit den Linken tun zu wollen. Nach der Wahl versucht sie genau das, scheitert jedoch an Abweichlern aus der eigenen Partei.
  • Die zwei Gesichter des Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Einerseits hoffnungsvoller Nachwuchsstar der Unionsparteien, auf der anderen Seite Schummler bei der eigenen Doktorarbeit. In zum Teil schroffem Ton erwehrt er sich der Plagiatsvorwürfe, gesteht Fehler ein und tritt letztlich im März 2011 zurück.
  • Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff stolpert über eine Kreditaffäre, die sich in ihrem Verlauf immer mehr zu einer Medienaffäre entwickelt. Im Februar 2012 schließlich tritt er aus persönlichen Gründen zurück.

 

Buchtipps zu Zukunftsaussichten und anderen Dingen

Die „alternativen Fakten“ bewegen die Amerikaner offensichtlich dazu, sich mit George Orwells dystopischem Roman „1984“ zu beschäftigen. Beim Online-Händler Amazon mausert sich das 70 Jahre alte Werk zum Bestseller und ist in den USA sowohl als Taschenbuch, als auch als Hardcover ausverkauft.
In Washington hat der „Neusprech“ eine neue Heimat gefunden. „Neusprech“ – das bedeutet eine Sprache, die aus politischen Gründen verändert wurde. Erfunden hat diese Linguistik George Orwell, vor 70 Jahren in seinem Klassiker. „Neusprech“ ist Sprachpolitik. Sie verschleiert Fakten. Sie lässt den Bürger hörig werden. Die „alternativen Fakten“ – schon jetzt Anwärter auf das Unwort des Jahres 2017 – sind „Neusprech“ par excellence. Kellyanne Conway, die Beraterin des US-Präsidenten Trump hat „Neusprech“ wie aus dem Lehrbuch verwendet. "1984" von George Orwell ist in einer Neuausgabe in der Übersetzung von Michael Walter im Ullstein-Verlag geplant für den 16. Juni 2017, hat 384 Seiten, soll 12,00 € kosten und hat die ISBN: 9783548289458. Ältere Ausgaben in Deutsch wie in Englisch sind als Taschenbuch, Hörbuch, als E-Book, oder als Film auf DVD erhältlich.
Unter den zehn meistverkauften Büchern auf der amerikanischen Amazon-Seite finden sich auch die Romane „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley und „Das ist bei uns nicht möglich“ von Sinclair Lewis.
Megatrends entfalten ihre Wirkung über Jahrzehnte. Die regelmäßige Reflexion über diese Kräfte des Wandels sorgt für fundierte Orientierung bei anstehenden strategischen Entscheidungen. Der Zukunftsreport 2017 von Matthias Horx fasst die wichtigsten Wirkungsfelder und Treiber der kommenden Jahre für Sie zusammen – auf mehr als 150 Seiten, in 15 Schwerpunkten, mit 9 Zukunftsexperten. Der "Zukunftsreport 2017" erschienen im Zukunftsinstitut-Verlag, 156 Seiten mit der ISBN: 978-3-945647-35-6, kostet 133,75 €
Ach und nun beginnt sie ja wieder die Fastenzeit, in dem viele meinen ihrem Körper durch kasteien etwas gutes zu tun, sozusagen sich vom Ballast aus 2016 zu reinigen. Als Lektüre
empfehlen wir dafür Udo Pollmers Buch aus dem Jahr 2007, "Eßt endlich normal!", Piper-Verlag, 304 Seiten, ISBN: 978-3-492-24942-3 zum Preis von 9,99 €.
 
Enden wir mit einem Zitat von Heinrich Böll, der Ende 2017, 100 Jahre alt würde ."Die einzige Drohung, die einem Deutschen Angst einjagt, ist die des sinkenden Umsatzes".
 
In diesem Sinne
Think global und buy local, global denken und lokal kaufen
Ihr Bessunger - Buchladen, Heidelberger Straße 81B, 64285 Darmstadt, Deutschland