Till Raether: Bin ich schon depressiv, oder ist das noch das Leben

Buchempfehlungen des Deutschlandfunks vom 1.4..2021

Kein Aprilscherz sondern eine ernstgemeint Literaturempfehlung.

Wo endet eine kleine Stimmungskrise und wo beginnt die Depression? Jahrzehntelang konnte Autor und Journalist Till Raether seine Krankheit nicht klar benennen. Jetzt schreibt er über Scham und Anerkennung seiner „Halbdepression“ und spricht im Dlf über die Macht von Durchhalteparolen.

Depressionen werden in der Literaturgeschichte immer wieder thematisiert. Von den trübsinnigen Anwandlungen des biblischen König Saul über die depressiven Figuren von David Foster Wallace oder Terézia Mora bis hin zu Depressionsmemoirs, autobiographischen Erzählungen über die eigene Krankheit. Oft sind es allerdings schwere Verläufe, die geschildert werden. Von leichter bis mittelschwere Depression ist seltener die Rede. Der Journalist und Autor Till Raether beschreibt jetzt gerade diese Form der Krankheit. Es ist seine eigene Krankheit, bei der er sich lange Zeit nicht sicher sein konnte: „Bin ich schon depressiv, oder das noch das Leben?“ In seinem gleichnamigen Essay entlarvt Raether rückblickend zahlreiche Redewendungen, die ihm jahrzehntelang geholfen haben, als sogenannter hochfunktionaler Depressiver trotz Krankheit aufzustehen und zu arbeiten.

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Raether, Till
Rowohlt Verlag
ISBN/EAN: 9783499005305
14,00 € (inkl. MwSt.)