Sven Regener: Glitterschnitter

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 9.9.2021

Sven Regener versammelt in seinem Roman „Glitterschnitter“ lauter alte Bekannte rund um seine Kulturfigur Frank Lehmann. Entstanden ist dabei einmal mehr ein Wimmelbild vom Berlin der 1980er Jahre. Oder etwa gleich ein neuer „Ulysses“?

Sven Regener: „Das Interessante an „Glitterschnitter“ ist halt, dass es ein Kind seiner Zeit ist, wir reden hier über die frühen 80er Jahre, eine Zeit, in der in der Kunst sehr viel experimentiert wurde und in der wirklich alles möglich war und auch fast alles auf Interesse stieß.“

Und weil alles möglich ist in diesem Berlin der 80er Jahre wollen Ferdi, Raimund und Karl Schmidt, genannt Charlie, mit ihrer Band „Glitterschnitter“, bestehend aus Synthesizer, Schlagzeug und Bohrmaschine, berühmt werden. Ein gutes Sprungbrett wäre die bevorstehende Wall City Noise, ein Musikfestival wie geschaffen für die hoffnungsvollen Nachwuchsmusiker. Die diskutieren allerdings noch darüber, ob man, statt die Bohrmaschine einzusetzen, lieber Eier ins Publikum werfen sollte.

Kuriose Gestalten, schräge Dialoge und viel Situationskomik: In seinem neuen Roman taucht Sven Regener wieder tief ein in die kleine Welt in der Wiener Straße in Berlin. Frank Lehmann arbeitet als Putzkraft und angehender Milchkaffee-Experte im Café Einfall, wo sich alle treffen: Die Bandmitglieder, die im Café ihr Demoband aufnehmen und begeistert in die Wände bohren, die österreichischen Hausbesetzer der ArschArt-Galerie von nebenan

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Regener, Sven
Galiani Berlin
ISBN/EAN: 9783869712345
24,00 € (inkl. MwSt.)