Jenny Erpenbeck: Kairos

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 27.8.2021

Die englische Tageszeitung „Guardian“ nannte sie „eine der wichtigsten Schriftstellerinnen unserer Zeit“. In ihrem neuen Roman „Kairos“ schreibt Jenny Erpenbeck über eine große Liebe, deren Ende mit dem Ende der DDR zusammenfällt.

Eine Frau sitzt zwischen verstaubten Kartons und sichtet die Hinterlassenschaften einer längst vergangenen Liebe. Es gibt Briefe, Restaurantrechnungen, Fahrkarten, Kalender, Bücher, Notizhefte. Ein kleines Privatarchiv aus der Zeit zwischen 1986 und 1992. Der Akt, sich diesen Erinnerungsstücken auszusetzen, bildet die Rahmenhandlung von Jenny Erpenbecks neuem Roman „Kairos“. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen der 19-jährigen Katharina, die eine Ausbildung zur Schriftsetzerin macht, und Hans, einem charismatischen Schriftsteller, Anfang 50 und verheiratet. Dabei entwirft die Autorin auch eine Topographie Ostberlins.

Jenny Erpenbeck: „Die Szenerie hat sich gewandelt, aber man findet immer noch Relikte. Und als Kind wollte ich immer Archäologin werden. Und in gewisser Weise ist es doch so, wenn man schreibt, dass man auch Archäologie betreibt, dass man die verschiedenen Schichten freilegt, die an Erinnerungen da sind, Geschichten, die einen mit Orten verbinden, mit anderen Menschen verbinden, und im Laufe meines Lebens ist es mir so gegangen, dass ich verschiedene Blicke auf Menschen hatte, auf Orte, also, die Zeit ist keine Einbahnstraße.“

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Erpenbeck, Jenny
Penguin Verlag Hardcover
ISBN/EAN: 9783328600855
22,00 € (inkl. MwSt.)