Jakub Małecki: Rost

Buchempfehlung des Deutschlandfunks vom 26.4.2021

Der polnische Schriftsteller Jakub Małecki ist in Deutschland bislang noch kaum bekannt. Der 1982 geborene Autor hat bereits ein knappes Dutzend Romane geschrieben. In seinem Heimatland gilt er als wichtige Stimme. „Rost“ erzählt nun von einer polnischen Kleinstadt – seit dem Zweiten Weltkrieg.

„Alles ist gut.“ Die so angestrengt Optimismus verbreitende Phrase ist das Leitmotiv dieses Romans, der fast ausschließlich von Dingen erzählt, die alles andere als „gut“ sind. Etwa die Angriffe der Deutschen auf Polen zum Beginn des Zweiten Weltkriegs: 

„Alles ist gut…Tosia dachte über diesen Satz nach, der in letzter Zeit so oft wiederholt wurde. Am ersten Schultag hatte man sie nach Hause gejagt, dann hatte ein Bombensplitter den jungen Cabała Garten getötet, Mama hatte in der Küche zweimal geweint, und Papa hatte die ganze Nacht nicht geschlafen, und trotzdem hörte sie seit ein paar Tagen überall, alles sei gut.“

Dreh- und Angelpunkt der Erzählung ist das Städtchen Chojny. Hier haben sich im Krieg sprachlos machende Grausamkeiten abgespielt – der elende Tod zahlreicher Menschen in einer brennenden Scheune zieht sich als Fanal durch das Buch. 

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Malecki, Jakub
Secession Verlag für Literatur GmbH
ISBN/EAN: 9783905951981
26,00 € (inkl. MwSt.)